Rosenschnitt in Theorie und Praxis

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3–5 Minuten

Der Kreisverband Gelnhausen zur Förderung des Obstbaus, der Garten- und Landschaftspflege e.V. hatte mit großem Erfolg zum Rosenschnitt in Lanzingen geladen. Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Herr Hartmut Schwarz und der Vorsitzende des OGV Lanzingen begrüßten alle Teilnehmer. Der Rosenfachmann Hr. Günter Stroh führte die anschließend etwas mehr als 60 Personen professionell durch Theorie und Praxis.

Die Anwesenden erfuhren, dass es bei Rosen alle Farbnuancen gibt, nur kein stahlblau oder reines schwarz, dass die Größen von 30cm bis über 10m reichen und es nur eine Einzige Ernte – im Oktober- gibt. Kletterrosen sind öfter blühend, können nicht selber stehen und müssen angebunden werden. Ramblerrosen sind einmal blühend und so wuchsstark, dass der Nachbar auch noch etwas von Ihnen haben wird. Das sollte man beim Kauf unbedingt beachten meinte Hr. Stroh. Wichtig ist bei allen, dass die Veredelungsstelle mindestens 5cm tief im Boden eingegraben wird, also konträr zum Pflanzen eines Obstbaumes. Neben Strauchrosen gibt es einmal blühende Wildrosen mit typischem Wildrosenduft. Hier lässt man die Hagebutten stehen, wenn man im Folgejahr wieder eine Wildrose haben möchte. Weiter ging es zu Bodendecker, Zwergrosen, Englischen Rosen und Edelrosen. Hr. Stroh erklärte, dass von 100000 Hagebuttensamen in mehreren Jahren nur 10 Sorten zum Verkauf kommen. Das Rosen, die duften anfälliger für Krankheiten sind. Die Rosen natürlich auch zu verschiedenen Zeiten duften, was man beim Schneiden für die Vase beachten sollte. Die Knospen öffnen sich nur dann, wenn mindestens 1 Blütenblatt absteht. Eine geschlossene Knospe bleibt geschlossen. Es wurden Bilder von gebänderten Rosen und bunt gestreiften gezeigt. Es gibt zur Zeit fast 20000 Rosensorten. 
Was kann man gutes für seine Rosen tun? Auf jeden Fall bringt ein starker Rückschnitt auch einen starken Austrieb. Geschnitten wird, wenn die Forsythie blüht, also jetzt. Mehrmals blühende Rosen werden gleichmäßig auf eine Höhe geschnitten. Man orientiert sich an dem schwächsten Trieb. Wer mit der verlängerten Rosenschere arbeiten möchte, kann dies von Juni bis Weihnachten tun.

Im Dezember wird diese Schere gereinigt und weggehängt. 
Wer seine Rosen düngt sollte sich an die Kreuzkompostierung halten. Alles was aus dem Haus auf den Kompost kommt darf zu den Rosen. Alles was aus dem Garten auf den Kompost kommt darf auf den Rasen. So verhindert man eine Infektion und es reichen 5 Liter für 1 m². Wer möchte kann auch einen Gartenuniversaldünger nehmen, wichtig ist hier das N:P:K Verhältnis, das muss bei Rosen und Blumen 1:0,7:1,5 NPK sein. Pferdemist wird nur dann verwendet, wenn er komplett durchgerottet ist und nach Erde riecht – niemals frisch verwenden. Auch das beliebte Blaukorn, sollte wohldosiert sein. Man nehme 5 Körner auf die Fläche eines Smartphones und nach 4-6 Wochen muss nachgedüngt werden. Zuckerrübenmelasse ist die biologische Wahl bei einer Kalium-Düngung. Herr Stroh empfiehlt ebenfalls eine Bodenprobe, die könne man bei der Raiffeisen machen lassen und meistens stellt sich heraus, dass eine Düngung nicht notwendig ist.
PflanzenschutzHier ist besonders auf das ADR-Prädikat zu achten. Dies besagt, dass diese Rosensorte auf 11 verschiedenen Standorten für 3 Jahre ohne Pilzspritzung gesund geblieben ist. Auch die Sortenwahl und ein sonniger Standort sind zu beachten. Gegen Rosenrost, Sternrußtau und Mehltau kann eine 3%ige Seifenlauge oder Spruzid oder Neembaumöl genommen werden. Um Resistenzen zu vermeiden, sollte man mindestens 2 verschiedene Spritzmittel einsetzen erklärte der Fachmann weiter.

Die Wahl der Bypass-Schere reicht von 20€ bis 60€ und man sollte nicht daran sparen. Bei manchen lassen sich alle Einzelteile nachkaufen, was sich im Preis niederschlägt. Wichtig ist, dass es sich um eine Bypass-Schere handelt. Diese haben eine Klinge und Gegenklinge, die aneinander vorbei gehen. Wer eine Amboss-Schere verwendet, verursacht Quetschungen.
Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen wurde die Gruppe praktisch unterwiesen. Hierzu ging es in den privaten Garten des Vorsitzenden Dieter Kilgenstein.

Der Rosenstock wird genau betrachtet und alle Stellen, die braun sind werden so weit weggeschnitten, bis sich in der Schnittfläche frisches Grün zeigt, also keine braunen Verfärbungen mehr zu sehen sind

Auch Verletzungen führen zu braunen Stellen und gehören weggeschnitten, bis ins frische Grün hinein

Vorher

Nachher

Rosenstock am Haus vor dem Schnitt

Rosenstock nach dem Schnitt


Herr Stroh erklärte den Anwesenden, dass alle bereits „so schön ausgetriebene“ Rosen in diesem Sommer blühen werden, weil ein starker Rückschnitt ein starker Austrieb folgen wird. Es war sehr interessant und wieder lehrreich und machte Mut, es im eigenen Garten sofort umzusetzen. Es gab noch Unterlagen zum Nachlesen und einige Blätter aus dem Buch „Homöopathie für Rosen“ von Christiane Maute, erschienen im Naranya Verlag.  
Text und Bilder: Iris Schick-Schäfer

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